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Geschichte der Kirchenmusik/Orgeln in Altenberge

(nach Aufzeichnungen von Prof. Rudolf Ewerhart)

Erstmals wird in frühen Dokumenten kirchenmusikalischen Lebens in Altenberge um 1616 eine Orgel in Altenberge erwähnt. Es bleibt offen, ob diese Orgel bei dem großen Brand in Altenberge im Jahre 1671 , der Kirche und Turm mit erfaßte, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Erst vom 18. Jahrhundert an fließen die erhaltenen Nachrichten über eine Orgel in einem verläßlichen und wünschenwerten Umfang.

Bekannt ist eine Reparatur der alten und sich in einem schlechten Zustand befindlichen Orgel im Jahre 1781. Aber die Reparatur scheint nicht viel genutzt zu haben, denn 1789 wurde ein Kontrakt mit dem angesehenen Münsterschen Orgelbauer Melchior Vorenweg gemacht, der "für Verfertigung einer neuen Orgel nebst der alten Orgel 570 Reichstaler vom Kirchspiel ausbezahlet bekommt".

Die im Jahre 1859 vier Geistliche und 2594 Seelen zählende Pfarrgemeinde Altenberge hatte nach rund 70 Jahren und täglichem Gebrauch wieder Sorgen mit ihrer Orgel. Im Rahmen einer Restaurierung der gesamten Kirche in den Jahren 1861 - 1864 stellte Orgelbauer Weinrich aus Münster einen "ziemlich schlechten Zustand" fest. Es wurde aber nur eine kleine Reparatur sowie eine Verlegung der Bälge in den Turm für insgesamt 50 Taler durchgeführt. So war 1868 eine erneute Reparatur erforderlich, bei der Blasebälge und Pfeiffenwerk überholt wurden.

Gegen Ende des Jahrhunderts genügte die Vorenweg´sche Orgel aber nicht mehr den Ansprüchen einer gewachsenen Gemeinde in einem wesentlich vergrößerten Kirchenraum ( 1882 - 1884 Erweiterung nach hinten mit neuem Turm). Im November erstellte der Orgelbauer Fr. Fleiter aus Münster Plan und Kostenvoranschlag für einen eue Orgel, die 1902 aufgebaut wurde und 7997 Mark kostete. Die Orgel bediente sich des seit einigen Jahren neu erprobten Systems der Kapsellade. Das Instrument leistete der Kirchengemeinde Altenberge dann immerhin 70 Jahre seinen Dienst.

Im Jahre 1969/70 stellten Gutachten einen "schlechten und irreparablen Zustand" der Orgel fest.

Nach einem Plan der Herren Prof. R. Ewerhart und Domorganist Stockhorst wurde vom Orgelbauer Alfred Führer in Wilhelmshaven eine mittelgroße Orgel (wie bisher,Disposition von 24 Registern) gebaut und eine günstigere Platzierung im Mittelschiff gewählt. Die Aufstellung der Orgel, die in Altenberge durch einen ziemlich großen Abstand zwischen Rückpositiv und Hauptwerk und damit reichlich Platz für den Chor ausgeprägt ist, trägt zudem der Tatsache Rechnung, daß hier der Organist zugleich als Leiter von Chor und Schola fungiert.

Nach dem Einbau der Orgel schrieb Prof. Rudolf Ewerhart abschließend: " So möge die neue, vierte Orgel von Altenberge hoffentlich lange Zeit ihren erhabenen Aufgaben innerhalb und außerhalb der Liturgie dienen, der Intonation und der Begleitung des Gemeindegesanges, der Führung auch von Schola und Chor und nicht zuletzt dem reinen Orgelspiel in seiner sowohl meditativ-verinnerlichenden wie konzertant-erhebenden Art".